Artikel vom August 2007, Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

 

Klima und Energie

Was braucht es, dass Sie sich wohl fühlen? Eine gute Atmosphäre und die Freude etwas tun zu können. In andern Worten: ein gutes Klima und die nötige Energie. Genau gleich liesse sich die Frage beantworten, was es braucht, damit es der Welt gut geht.
Klima und Energie – zwei Schlüsselbegriffe im Kleinen wie im Grossen. Für beides können wir selber entscheidend beitragen. Mit Offenheit und einer versöhnlichen Haltung im Kleinen und mit gezielten Anstrengungen und konsequentem Handeln im Grossen. Für beides ist es nie zu spät.

Ein gutes Klima ist für uns Menschen enorm wichtig. Wenn das Klima stimmt, im Geschäft zum Beispiel, dann arbeiten wir gerne zusammen. Und wo „dicke Luft“ herrscht - unsere Sprache sagt es mit Bild – wer möchte da nicht am liebsten davon laufen?

Dem Klima müssen wir Sorge tragen. Dem zwischenmenschlichen Klima ebenso wie dem Klima von dem der Wetterbericht spricht. Wo das Klima verdorben ist, bedarf es gezielter Anstrengungen zur (Be)Reinigung. Das Klima ist die Luft die wir einatmen und zum leben brauchen. Sauber soll die Luft sein, daher all der Umweltschutz. Die Verschmutzung der Luft bedroht unser Leben, das Leben von Mensch und Tier. Und indirekt schadet sie, weil sie die Erde erwärmt. Warum wohl vermögen die viel zitierten Erkenntnisse aus dem Weltklimabericht der Uno nicht mehr zu bewegen? Glauben wir es nicht? Oder fühlen wir uns hilflos ausgesetzt, sehen nicht, was wir selber beitragen können? Persönlich wie auch global braucht es den ersten Schritt. Wer glaubte es schon, als 1960 in der NZZ zu lesen war, dass wir in etwa 50 Jahren das Trinkwasser in der Flasche kaufen müssen. Oder was wäre geschehen, wenn der Zürichsee, der Greifensee, der Luganersee und andere Gewässer nicht rechtzeitig behandelt worden wären? Und bezüglich Abfallentsorgung - haben wir da nicht längst gemerkt, dass es ohne Regelung nicht geht?

Wer übers Wochenende in Knonau dabei war, erhielt hoffnungsvolle Impulse. Ich jedenfalls konnte es kaum fassen, dass die Popcorns zu springen begannen bereits 6 Minuten nachdem die Pfanne im Solarkocher platziert war. Ich gehe mit der Ausstellungsbesucherin einig, die sich fragte, warum wir denn solches Potenzial nicht vermehrt nutzen. Wer sein Haus isoliert, braucht nur noch halb so viel Heizung und produziert nur noch halb so viel CO2. Und wer nur noch 6 L Benzin braucht um nach Chur zu fahren ebenfalls. Es lassen sich nicht nur Kosten damit sparen, sondern auch sehr viel CO2. Die nicht gebrauchte Energie ist die billigste und die sauberste Energie. Warum sonst wäre die Autobahn bei Knonau die umweltfreundlichste Strasse im Land? Nur deshalb, weil sie während 33 Jahren ohne Verkehr geblieben ist.

Wer weniger heisses Wasser braucht, entlastet die Umwelt. Sparlampen benötigen nur einen Drittel des Stroms. War es nicht beeindruckend, die grosse Heizkraft der Sonne zu erleben: Schmackhaftes Brot und Apfelkomott, der Solarkocher bündelte die Strahlen und die Pfanne war heiss. Es hat wieder einmal vor Augen geführt, mit welch einfachen Mitteln sich elektrische Energie ersetzen lässt. Mit Solarzellen auf dem Dach lässt sich warmes Wasser und Strom erzeugen, ohne weite Transporte. Zur Verbesserung des Klimas können wir mit dem sparsamen Verbrauch, mit intelligenter Technik und dem konsequenten Einsatz erneuerbarer Energien sehr viel beitragen.
Und zum persönlichen Klima? Noch mehr. Mit einer wohlwollenden Haltung, mit Vertrauen, Wertschätzung, Rücksicht und der Bereitschaft zu persönlicher Begegnung. Gute Erfahrungen sind es, wenn wir mit freundlichen Menschen etwas erleben.

Für mich sind Klima und Energie im Grossen wie auch im Kleinen wichtige Anliegen.
Ich stehe für eine gesunde Umwelt ein und -beruflich wie auch privat- auch für ein gutes Klima unter den Menschen. Solche Überlegungen lagen der Veranstaltungsreihe vor zwei Jahren zugrunde, als wir zur Begehung des „Aemtlerwäg“ einluden. Jetzt gibt es eine Fortsetzung dieser gelungenen Anlässe, sie hat schon begonnen. Die Veranstaltungsreihe der EVP vom Sommer 2007 heisst „Gelegenheiten – unterwegs im Kanton Zürich“. Besondere Orte im Kanton kennen lernen, gemeinsam unterwegs sein, das verbindet. Am kommenden Dienstag ist der zweite von zehn Events, „Intelligente Technik schafft Energie“ heisst der Titel. Sie findet im Bezirk Bülach statt, um 17 Uhr mit einer Besichtigung der Compogas AG Bachenbülach und anschiessendem Podiumsgespräch in Kloten. Die Veranstaltungen sind öffentlich und Interessierte sind herzlich eingeladen. Wir schicken Ihnen gerne das Programm und freuen uns auf Ihre Teilnahme. Gemeinsam unterwegs sein schafft Energie. Auch diese ist erneuerbar und auch sie schafft ein gutes Klima.

Lisette Müller-Jaag
Kantonsrätin EVP, Knonau


 
  14-Feb-2011 aktualisiert